BwR-Klassen der Carl-von-Linde-Schule zu Gast bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach


Wie legt man Geld sinnvoll an? Kann man mit nachhaltigen Geldanlagen tatsächlich etwas für Umwelt und Gesellschaft bewirken? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b sowie des BwR-Zweigs der Klasse 10e am 29. Oktober 2026 bei einem Besuch bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach.

Die beiden Klassen waren in den großen Saal der Sparkasse eingeladen, wo sie Vorstandsvorsitzender Herr Potstada und weiterere Mitarbeiter herzlich empfingen. In angenehmer Atmosphäre erhielten die Jugendlichen einen praxisnahen Einblick in die Welt der Finanzwirtschaft. Dabei standen nicht nur klassische Geldanlagen, sondern insbesondere aktuelle Entwicklungen und kritische Fragestellungen rund um das Thema Finanzen im Mittelpunkt.

Nachhaltigkeit und Rendite – ein Widerspruch?

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war das Thema nachhaltiges Investieren. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass nachhaltige Geldanlagen keineswegs nur bedeuten, in Windkraftanlagen oder Solaranlagen zu investieren.

Eine wichtige Grundlage bilden die sogenannten ESG-Kriterien. Die Abkürzung steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung). Bewertet werden beispielsweise der CO₂-Ausstoß eines Unternehmens, seine Arbeitsbedingungen oder die Transparenz seiner Geschäftsführung.

Besonders interessant war für die Jugendlichen die Frage, ob nachhaltige Geldanlagen zwangsläufig eine geringere Rendite erzielen. Anhand des Vergleichs klassischer und nachhaltiger MSCI-Indizes wurde deutlich: Nachhaltige Varianten, beispielsweise auf Basis des MSCI World, können durchaus eine vergleichbare oder sogar bessere Wertentwicklung erreichen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Zwischen Investment und Zockerei

Ein weiterer Themenbereich beschäftigte sich mit dem veränderten Anlageverhalten junger Menschen. Apps wie Trade Republic ermöglichen es mittlerweile, mit wenigen Klicks Aktien und ETFs zu kaufen. Was zunächst praktisch erscheint, birgt allerdings auch Gefahren.

Durch spielerische Elemente, Push-Nachrichten und ständig verfügbare Kurse kann der Eindruck entstehen, Börsenhandel sei eine Art Videospiel. Die Grenze zwischen langfristigem Investieren und kurzfristiger Spekulation wird dabei schnell überschritten.

Besonders kritisch wurden Kryptowährungen wie Bitcoin betrachtet. Diese können starken Kursschwankungen unterliegen und wurden im Gespräch als hochspekulative Anlageform eingeordnet. Auch Finfluencer auf Plattformen wie TikTok oder Instagram sollten nicht unkritisch als Finanzberater betrachtet werden. Gerade bei vermeintlich einfachen Geheimtipps ist Vorsicht geboten.

Für einen vernünftigen Vermögensaufbau spielen dagegen langfristiges Denken, Risikostreuung und Diversifikation eine wichtige Rolle. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan kann beispielsweise eine Möglichkeit sein, bereits mit vergleichsweise kleinen monatlichen Beträgen am Aktienmarkt zu investieren.

Neben den vielen interessanten Einblicken kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Die Sparkasse lud die Schülerinnen und Schüler zu Pizza und Getränken ein.

Der Besuch bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach bot den Jugendlichen eine wertvolle Gelegenheit, wirtschaftliche Unterrichtsinhalte mit der Praxis zu verbinden. Die zahlreichen Fragen zeigten, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Geldanlage, Digitalisierung und finanzielle Selbstständigkeit auch für junge Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Ein herzlicher Dank gilt Herrn Potstada und seinen Mitarbeitern für den freundlichen Empfang, die offenen Antworten, die interessanten Einblicke in die Finanzwelt und die großzügige Bewirtung!

Markus Hübner

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