Medienscouttag 2026

Medienscouttag 2026: Die 10. Klassen setzen sich mit Chancen und Grenzen von KI auseinander


Wie verändert Künstliche Intelligenz unser Leben? Wo liegen ihre Chancen – und wo stoßen ihre Möglichkeiten an ethische Grenzen?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Carl-von-Linde-Realschule Kulmbach beim diesjährigen Medienscouttag 2026 im Audimax der Universität.

Die Veranstaltung wurde von der OpferHilfe Oberfranken organisiert und bot den Jugendlichen die Möglichkeit, sich auf anschauliche und zugleich kritische Weise mit dem Thema Künstliche Intelligenz auseinanderzusetzen.

„moral play – The Third Voice“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das moral play „The Third Voice“, das von Schauspielerinnen und Schauspielern der Naturbühne Trebgast eindrucksvoll aufgeführt wurde. Das Theaterstück näherte sich dem Thema Künstliche Intelligenz nicht nur aus technischer Sicht, sondern stellte vor allem die Auswirkungen auf den Menschen und seine persönlichen Entscheidungen in den Mittelpunkt.

Anhand verschiedener Situationen wurden die Vorteile, aber auch die Gefahren und Grenzen künstlicher Intelligenz deutlich. Besonders eindrücklich war die Frage nach der Verantwortung bei Entscheidungen, die nicht einfach mit technischen Mitteln beantwortet werden können.

So steht beispielsweise eine todkranke Patientin im Mittelpunkt einer Situation, in der sie keine weitere Behandlung mehr möchte. Der behandelnde Arzt wendet sich an eine KI, um Unterstützung bei dieser schwierigen Frage zu erhalten. Das Theaterstück zeigt dabei, dass eine KI zwar Informationen liefern und unterschiedliche Perspektiven aufzeigen kann, die eigentliche ethische Entscheidung jedoch nicht einfach an eine Technologie abgegeben werden kann.

Auch im persönlichen Bereich wird die Problematik deutlich: Die Tochter des Arztes nutzt eine KI, um Unterstützung in einer persönlichen Krise zu erhalten. Die Antworten der künstlichen Intelligenz führen dabei nicht in die richtige Richtung. Damit macht das Stück auf eine zentrale Herausforderung aufmerksam: Eine KI kann überzeugend formulierte Antworten geben, aber daraus folgt nicht automatisch, dass diese Antworten richtig, angemessen oder für die jeweilige Situation hilfreich sind.

Kritischer Blick auf den „Bias“

Im Anschluss an die Aufführung konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in einer Diskussionsrunde vertiefen. Dabei wurde unter anderem das Problem des Bias thematisiert. Künstliche Intelligenz arbeitet mit Daten, die von Menschen erstellt und ausgewählt wurden. Dadurch können bestehende Verzerrungen und Vorurteile in den Ergebnissen einer KI sichtbar werden oder sich sogar verstärken.

Besonders beleuchtet wurde der sogenannte „Framing Bias“. Dabei kann bereits die Art und Weise, wie eine Frage oder Information formuliert wird, beeinflussen, wie ein Sachverhalt wahrgenommen und bewertet wird. Für die Jugendlichen wurde dadurch deutlich, wie wichtig es ist, Informationen und KI-generierte Antworten kritisch zu hinterfragen, anstatt sie ungeprüft zu übernehmen.

Wo liegen die ethischen Grenzen?

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren die ethischen Grenzen von Entscheidungen durch künstliche Intelligenz. Gerade bei Fragen, die mit menschlichen Schicksalen, Verantwortung und persönlichen Werten verbunden sind, stellt sich die Frage, welche Entscheidungen überhaupt an eine Maschine übertragen werden sollten.

Darüber hinaus wurde auch die Nachhaltigkeit von KI angesprochen. Die Nutzung künstlicher Intelligenz erfordert erhebliche technische Ressourcen und damit Energie. Auch dieser Aspekt gehört zu einer verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Technologie.

Der Medienscouttag bot den Schülerinnen und Schülern damit weit mehr als einen Einblick in die technischen Möglichkeiten von KI. Die Veranstaltung regte dazu an, Chancen und Risiken abzuwägen, KI kritisch zu hinterfragen und die Verantwortung des Menschen bei der Nutzung dieser Technologie nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein herzliches Dankeschön

Unser besonderer Dank gilt der OpferHilfe Oberfranken, die für die Organisation und Durchführung dieser gelungenen Veranstaltung verantwortlich war und unseren Schülerinnen und Schülern damit eine wertvolle Auseinandersetzung mit einem hochaktuellen Thema ermöglicht hat.

Ebenso bedanken wir uns bei den Schauspielerinnen und Schauspielern der Naturbühne Trebgast für die eindrucksvolle Aufführung des Theaterstücks „The Third Voice“ sowie bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses besonderen Medienscouttags beigetragen haben.

Für unsere 10. Klassen war der Medienscouttag eine informative und zugleich nachdenklich stimmende Veranstaltung, die wichtige Impulse für einen kritischen, reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz gegeben hat.

Markus Popp (Schulleitung und Organisation)
Martina Gebei (Meko‑Tandem)